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Immunbiologie

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  • Immunreaktion gegen Bakterien
Sie hängt davon ab, ob sich die Bakterien außerhalb der Zellen oder intrazellulär vermehren. Bei extrazellulärer Vermehrung führen die Antigene der Bakterienoberfläche rasch zu den geschilderten Immunreaktionen. Geben die Bakterien giftige Stoffe (Toxine) ab, so werden diese als freie Antigene von Antikörpern gebunden und unschädlich gemacht, sofern die Giftproduktion nicht zu rasch zunimmt. Die an die Bakterienoberfläche gebundene Antikörper verursachen zusätzlich einen Angriff des Komplementsystems, welches die Bakterienmembran auflösen kann.
Schleimhäute geben im Sekret größere Menge von Antikörpern der IgA-Gruppe ab, wenn B-Lymphozyten zu deren Bildung stimuliert sind. Die Antikörper binden Bakterien, sodaß diese die Schleimhautzellen nicht mehr angreifen können. IgA-Moleküle treten auch in der Muttermilch auf; die Antikörper bildenden Zellen liegen in den Lymphknoten der Brustdrüse. Sie stammen aus Lymphknoten des Darmbereichs, wo sie Antikörper „kennen gelernt“ haben. Die IgA-Antikörper schützen daher den Säugling bei Darminfektionen.
Vermehren sich Bakterien intrazellulär (z.B. Tuberkulosebakterien), so werden die befallenen Zellen von T-Killer-Zellen angegriffen, weil die Membran solcher Zellen veränderte Proteine aufweist. Diese Form der Immunreaktion erfolgt allerdings langsamer.
Gegen Tuberkulosebakterien werden die meisten Menschen immun. Daß sie es sind, zeigt der Tuberkulin-Hauttest, bei dem Tuberkulin, ein Extrakt aus Tuberkelbakterien, als Antigen in die Haut eingerieben wird. In der Regel kommt es dort im Verlauf von 2-4 Tagen zu einer schwachen Entzündungsreaktion (Rötung). Die dort entstehenden Immunkomplexe aktivieren nämlich das Komplementsystem. Dadurch werden Makrophagen und T-Helferzellen chemotaktisch zu der Stelle gelockt, wo das Antigen eindringt. Da diese Effekte zum Teil unspezifisch sind (z.B. die Anlockung der Makrophagen), kann eine in Gang gekommene Immunreaktion auch oft einen vorübergehenden Schutz gegen solche Mikroorganismen bieten, gegen die noch gar keine Immunität erworben wurde.
  
Immunologie: Grundlagen und Wirkstoffe
Siehe auch:
Medizinische Chemie: Targets und Arzneistoffe
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