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Immunbiologie

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  • Spezifische Abwehr: Immunität

Im Gegensatz zur Resistenz ist die Immunität durch eine hohe Spezifität ausgezeichnet. Das zeigt folgender Versuch: Man injiziert einem Kaninchen eine kleine Menge Bakterien einer bestimmten Art und wiederholt dies im Laufe weniger Wochen mehrmals. Anschließend entnimmt man ihm einige cm3 Blut und gewinnt das Serum daraus. Verdünnt man nun das Serum (im Verhältnis 1: 1000) und mischt es mit einer Kultur der injizierten Bakterienart, so verklumpen die Bakterien. Beim Vermischen der Bakterien mit Serum nicht behandelter Kaninchen tritt kein Verklumpen auf, ebenso wenig beim Vermischen von Bakterien einer anderen Art mit dem Serum des behandelten. Man kann daraus schließen, daß im Körper des Kaninchens Stoffe gebildet werden, die mit der Bakterienzellmembran so reagiert, daß die Bakterien verklumpen. Diese von Körperzellen gebildeten Stoffe heißen Antikörper. Sie werden offenbar gebildet, wenn körperfremde Stoffe- im vorliegenden Fall Teile der Zellmembran des Bakteriums- in die Blutbahn des Kaninchens gelangt sind. Stoffe, die eine Bildung von Antikörpern auslösen, nennt man Antigene. Der Begriff „Antigene“ weckt häufig irrtümliche Gedankenverbindungen zu „Gen“. Er ist aber verkürzt gebildet aus Anti-somato-gen (= gegen den Körper bildend). Als Antigene können Peptide, Proteine, Polysaccharide und Polynucleotide wirken. Der Antikörper wird dabei nicht gegen das Antigenmolekül als Ganzes gebildet, sondern nur gegen bestimmte Atomanordnungen an der Oberfläche dieser Moleküle. Diese Bereiche nennt man Epitope. Die Antikörper reagieren mit dem Eptiop des Antigens, das die Bildung des betreffenden Antikörpers verursacht hat (Antigen- Antikörper- Reaktion).
Während Resistenz auch bei vielen Wirbellosen auftritt, ist die Antikörperbildung bisher nur bei Wirbeltieren festgestellt worden.
Antigene werden von Lymphozyten erkannt. Diese machen etwa 25% der Weißen Blutzellen (Leukozyten) aus. Sie entstehen im Knochenmark, das deshalb als primäres Immunorgan bezeichnet wird. Ist das Antigen erkannt, so reagieren die verschiedenen Arten von Lymphozyten unterschiedlich:
  • Ungefähr 10% der Lymphozyten erzeugen Antikörper und geben diese an Lymphe und Blut (humorale Bestandteile des Körpers) ab. Diese Antikörper bilden den Zellen reifen im Knochenmark (bone-marrow) und heißen B-Lymphozyten. Nach der Entwicklung wandern die in die sekundären Immunorgane (Lymphknoten, Milz, Wurmfortsatz, Mandeln) ein oder kreisen im Blutstrom. Die sind für die humorale Immunantwort verantwortlich.
  • Ungefähr 90% der Lymphozyten haben die Aufgabe, Zellen zu zerstören, die Antigene tragen. Ihre Vorstufen wandern aus dem Knochenmark zunächst in den Thymus ein und reifen dort; sie heißen daher T- Lymphozyten. Sie dienen der zellulären Immunantwort.
Der Thymus reicht bei Jugendlichen in Form zweier Lappen im oberen Brustabschnitt von Kehlkopf bis zum Herzen. Beim Erwachsenen ist er rückgebildet. Später gelangen die T- Lymphozyten ebenfalls in die sekundären Immunorgane, wo sie sich festsetzten und weitervermehren. Von dort werden sie auch ins Blut abgegeben. Die meisten T- und B-Lymphozyten, die sich außerhalb der sekundären Immunorgane befinden, wandern zwischen Blut und Lymphe hin und her.



Bestandteile des Immunsystems

  
BASICS Immunologie
von Oliver Schmetzer
Siehe auch:
BASICS Medizinische Mikrobiologie,Virologie u...
BASICS Endokrinologie
Grundwissen Immunologie
BASICS Klinische Pharmakologie
BASICS Bildgebende Verfahren
BASICS Allgemeine Pathologie
 
   
 
     
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