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Wir empfehlen: | |||||||||||||
Bei Rh-positiven Neugeborenen aus Beziehungen
zwischen Rh-positiven Männern und Rh-negativen Frauen tritt zuweilen eine
schwere Krankheit (Erythroblastose) auf. Bei der ersten Geburt können
Erythrozyten des Rh-positiven Kindes in das mütterliche Blut mit
Rh-negativen Erythrozyten übergehen und dort die Bildung von
Antikörpern bewirken. Bei einer erneuten Schwangerschaft gelangen derartige
Antikörper von der Mutter durch die Plazenta in das Blut des Kindes. Ist
dieses ebenfalls Rh-positiv, so binden diese Antikörper an die Roten
Blutkörperchen des Kindes und zerstören sie. Dadurch verringert sich
der Sauerstofftransport und aus dem freigesetzten Hämoglobin entstehen gelb
und grün gefärbte Abbaustoffe, welche die Leber schädigen und
Gelbsucht hervorrufen. Weitere Rh-positive Kinder werden daher entweder tot
geboren oder sind nur kurze Zeit lebensfähig. Verhindert man die Bildung
von Antikörpern im Blut der Mutter, so tritt diese Auswirkung nicht ein.
Man führt daher eine passive Immunisierung durch, indem man der
Rh-negativen Mutter nach der Geburt des ersten Rh-positiven Kindes eine Serum
mit Antikörpern gegen das Rhesusfaktor-Antigen injiziert. Diese
Antikörper lagern sich an die eingedrungenen Blutzellen des Kindes an, die
dann in der Mutter keine Bildung von Antikörpern mehr auslösen
können. Die mit Antikörpern besetzten Blutzellen und die injizierten
Antikörper werden abgebaut.
Die Blutgruppenzugehörigkeit und der
Rhesusfaktor bleiben während des ganzen Lebens unverändert. Sie werden
nach den Mendelschen Regeln vererbt. Blutgruppen sind bei allen menschlichen
Rassen nachgewiesen worden.
Die Blutgruppenzugehörigkeit ist für
die Blutübertragung von größter Bedeutung. Es wird
grundsätzlich nur Blut von Angehörigen derselben Blutgruppe
übertragen. Genauere Untersuchungen machen eine Aufteilung der Blutgruppe A
in die Untergruppen A1 und A2, beim Rhesusfaktor in die Gruppen C, D und E
notwendig. Ihre Häufigkeit in unserer Bevölkerung zeit Tabelle
186/1.
Bei den meisten Menschen werden die
Blutgruppen-Substanzen auch in Sekreten ausgeschieden. Die Gerichtsmedizin kann
deshalb in Blut-, Schweiß – und Speichelspuren die Blutgruppe
nachweisen und dadurch bei Verbrechen Verdächtige ausschließen. Sie
zieht dazu auch weitere Blutkörpercheneigenschaften heran, welche für
die Blutübertragung wegen des Fehlens der Antikörper meist
bedeutungslos sind. Die Blutgruppen spielen auch bei Abstammungsfragen etwa zur
Klärung der Vaterschaft eines Kindes eine Rolle.
In vielen Fällen wird bei einer
Blutübertragung kein Vollblut mehr verwendet. Statt dessen isoliert man aus
dem Vollblut durch Zentrifugieren denjenigen Bestandteil, den der jeweilige
Patient braucht und überträgt nur diesen (z.B. Rote
Blutkörperchen oder Blutplättchen oder einen
Gerinnungsfaktor).
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