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SerumreaktionAuf der Bildung spezifischer Antikörper
gegen artfremde Proteine beruht auch die Serumreaktion. Da jede Tierart
arteigene Proteine besitzt, veranlaßt eingespritztes Serum von Fremdblut
den Organismus zur Bildung von Antikörpern, die artfremde Proteine
ausfällen. Bringt man im Reagenzglas Blutserum des Empfängerblutes mit
dem zur Einspritzung verwendeten Serum zusammen., so kann mit die
Ausfällung als Niederschlag unmittelbar beobachten. Die Antikörper
sind nur gegen diejenigen Bestandteile das Blutes wirksam, welche ihre Bindung
veranlaßt haben.
Die Serumreaktion dient in der Gerichtsmedizin
zur Unterscheidung von Menschen- und Tierblut. Will man einen Blutfleck als
Menschenblut nachweisen, löst man ihn in physiologischer
Kochsalzlösung auf. Vorher hat man einem Kaninchen mehrmals menschliches
Blutserum injiziert, so daß dessen Blut genügend Angikörper
gegen menschliche Blutproteine enthält. Man entnimmt diesem Kaninchen Blut
und gewinnt daraus das Serum. Diesem Serum setzt man den in physiologischer
Kochsalzlösung aufgslösten Blutfleck zu. Entsteht ein Niederschlag,
dann handelt es sich um Menschenblut, während das Ausbleiben des
Niederschlags Menschenblut ausschließt.
Identifizierung von Proteinen durch ImmundiffusionDie Reaktion zwischen Antigen und
Antikörper wird in der Biochemie wegen ihrer hohen Empfindlichkeit und
Spezifität zur Identifikation von Proteinen verwendet. Es gibt mehrere
Techniken. Die gebräuchlichste ist die Immundiffusions-Methode
(Ouchterlony-Technik). Man gießt in eine Petrischale eine Agarschicht und
stanzt drei Löcher aus. In eines der Löcher wird die Lösung eines
bekannten Proteins (Antigen) gefüllt, in ein zweites Loch Serum eines
Kaninchens, das man vorher gegen dieses Protein immunisiert hat. In das
verbliebene Loch wird die zu testende Lösung gegeben. Die in den
Lösungen enthaltenen Substanzen diffundieren in die Agarschicht. Treffen
ein Antigen und ein zusammengehörender Antikörper zusammen,
fällen sie sich aus. Deshalb entsteht zwischen Serum und der bekannten
Proteinlösung allmählich eine sichtbare Bande des gefällten
Antigen-Antikörper-Komplexes. Entsteht auch zwischen der Testlösung
und dem Serum eine Bande, muss die Testlösung das gleiche Protein enthalten
wie die Proteinlösung bekannter Zusammensetzung.
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