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Bei einer ersten
Reaktion eines Antigens bilden sich auch Antikörper der IgE-Klasse. Diese
bilden sich an Mastzellen(??). Normalerweise verhindern
T-Unterdrücker-Zellen, daß zu viele IgE-Antikörper gebildet und
Mastzellen damit besetzt werden. Wenn die Unterdrücker-Zellen zu wenig
wirksam sind, lagern sich zu viele IgE-Moleküle an Mastzellen an und es
tritt eine Überempfindlichkeit (Allergie) gegnüber dem Antigen auf.
Die ist vor allem bei sonst meist harmlosen Antigenen (Blütenstaub, Staub,
Erdbeeren, Fischeiweiß, Arzneimittel) zu beobachten. Solche Allergien sind
z.B.: Heufieber, Hautausschläge, allergisches Asthma. In manchen
Fällen kann eine schwere Kreislaufstörung (anaphylaktischer Schock mit
Blutdruckabfall, Schwäche, Pulsbeschleunigung) auftreten. Vor allem bei
heftigen Allergien gegen Insektenstiche kann ein solcher Schock
lebensgefährlich werden. Die anaphylaktische(??) Reaktion ist auf die
Stimulierung übermäßig vieler Mastzellen
zurückzuführen.
Immunreaktionen
können erst einige Tage bis Wochen nach der Geburt ablaufen. Erst dann ist
die Entwicklung des Immunsystems abgeschlossen. Körperfremde Stoffe, die
vorher in den Körper gelangen, lösen keine Immunreaktion aus; sie
werden „geduldet“ (Immuntoleranz). Die Unterscheidung
körperfremder und körpereigener Stoffe „lernt“ das
Immunsystem bereits während der Embryonalzeit.
Mitunter werden Antikörper auch gegen
körpereigene Gewebe gebildet; die führt zu Autoimmun-Krankheiten. Die
Ursachen dafür sind nur teilweise bekannt. Manche Körperzellen
besitzen normalerweise keine MHC-Proteine(??) in ihrer Zellmembran. Wenn solche
Zellen infolge eines Fehlers im Zellgeschehen dann doch MHC-Proteine bilden, so
reagieren T-Zellen darauf wie auf Antigene, obwohl es sich um körpereigene
Zellbestandteile handelt. So wird eine Immunreaktion gegen diese Zellen
ausgelöst. Eine bestimmte Form der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), die
vorwiegend bei Jugendlichen auftritt, ist eine solche Autoimmun-Erkrankung. In
diesem Fall werden Inselzellen des Pankreas als körperfremd angesehen und
abgebaut.
In anderen Fällen werden Membranproteine
bestimmter Zellen als fremd angesehen.
Die
Immunkomplexe werden normalerweise rasch abgebaut. Tritt eine Verzögerung
ein, so kommt es zu einer heftigen Entzündung, die bis zur
Gewebsschädigung führen kann. In manchen Fällen werden dann
Antikörper gegen die Immunkomplexe gebildet, sodaß
Autoimmun-Reaktionen hinzukommen. Die Immunkomplexe können auch im
Körper wandern und vielerorts Entzündungen auslösen. Dies ist
z.B.: bei der Allergie gegen Penicillin der Fall; es kommt dann zu Nesselfieber
(allgemeine Entzündung der Haut) und zu Gelenk- und Muskelschmerzen.
Immunkomplexe vermögen sich an vielen Stellen des Körpers
vorübergehend festzusetzen. Erfolgt dies in den Nieren-Glomeruli(??), so
entsteht eine Nierenentzündung. In Gelenken verursachen Immunkomplexe
arthritische Entzündungen, die oftmals im Körper
„wandern“. Auch andere rheumatische Erkrankungen gehen auf
Immunkomplex-Überreaktion oder auf Autoimmun-Reaktion
zurück.
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